Unsere WEFA Winternothilfe fand in den Dörfern Vezirli und Suüstü (Yüksekova) statt, in denen 1092 Schüler mit warmen Mänteln, Stiefeln, Handschuhen, Schals und Mützen beglückt wurden.

Wir haben mit Ebuzer Kılıç vom WEFA-Team über die Winternothilfe in Yüksekova und seine Eindrücke während der Hilfsaktion gesprochen:

Ebuzer, warum wolltest du an der Verteilung teilnehmen?

Wenn sich Menschen von jeglicher humanitären Hilfe fernhalten, verlieren wir das, was uns zu Menschen macht. Wir werden egoistisch. Und genau das war bei mir der Fall: Ich habe gemerkt, dass mich oft in meine innere Welt zurückzog. Mir wurde klar, dass es an der Zeit war, nicht nur an mich selbst, sondern auch an andere zu denken und Bedürftige zu erfreuen. Daraufhin wurde mir die Chance geboten, mit dem WEFA-Team in Hakkâri Winternothilfe zu leisten.

Wie fühltest du dich auf der Hinfahrt?

Die Reisen, die ich unternehme, um humanitäre Hilfe zu leisten, unterscheiden sich von meinen normalen Reisen. Uns erwartete ein striktes Programm. Ich war äußerst glücklich und aufgeregt, weil wir Bedürftigen und Kindern helfen durften. All die Müdigkeit und Erschöpfung von der Fahrt war vergessen, nachdem ich das Lächeln der Kinder sah, die dankend Eure Spenden entgegennahmen.

War es schwierig, die Region zu erreichen? Wie habt ihr sie erreicht?

In der Woche, in der wir nach Yüksekova fuhren, war starker Schneefall. In der Nacht fielen die Temperaturen auf -30 Grad. Aufgrund der Witterungsbedingungen war der Flugverkehr in Yüksekova seit 4 Tagen lahmgelegt. Wir konnten es kaum abwarten, unsere Geschenke den Kindern zu übergeben und die Winterhilfe zu beginnen. Wir beteten, dass es zu keiner Flugverspätung oder Annullierung kommen würde. Unser Gebet wurde erhört und wir kamen in Yüksekova ganz bequem an.

 

Kannst du uns etwas über die Verhältnisse und Möglichkeiten der Menschen dort erzählen?

Da sich Yüksekova in einem bergigen und hohen Gebiet befindet, dauert die harte Wintersaison sehr lang. Bei unserer Ankunft lag überall sehr viel Schnee. Diese Wetterbedingungen sind für die Landwirtschaft und Baustellen nicht geeignet. Aufgrund dessen verdienen sich die Menschen ihren Lebensunterhalt eher durch Viehhaltung. Wir haben unsere Winterhilfe in Dörfern verwirklicht. Es gibt viele Schüler in einer Familie, weshalb es aus finanzieller Sicht schwer ist, genügend Schulmaterialien zu besorgen. Meist reicht es für andere Bedürfnisse der Kinder nicht aus.

Welche Bedeutung hatte diese Reise für dich persönlich?

Ein Begleiter zu sein ist für mich eine unschätzbare Gelegenheit, an einer Wohltätigkeitsarbeit teilzunehmen. Der Mensch lernt Dinge nur durch Erleben, erlangt Erfahrung. Ich habe auf dieser Reise viele schöne Dinge gelernt. Mein Blick auf das Leben hat sich verändert. Ich sah auch, dass die Anzahl der Bedürftigen größer war, als ich dachte. Als ich erfuhr, in welchen Verhältnissen sie leben, wurde mir klar, dass ich mich nie beschweren und immer dankbar sein sollte. Insgeheim schämte ich mich. Ich habe mich gefragt: “Was habe ich bisher getan, um diesen Notleidenden zu helfen?”. Immer wenn ich mich an sie erinnerte, stellte ich mir dieselbe Frage: “Wie werden wir das verantworten?”.

 

Was möchtest du dem Spender mitteilen, der sich fragt, ob die Spenden die Bedürftigen erreichen?

Ich kann mit einem ruhigen Gewissen bestätigen, dass die Spenden der Winterhilfe die richtigen Adressen erreichen. Wir haben sie eigenhändig den Bedürftigen übergeben. Ich kann bezeugen, mit welcher Präzision WEFA arbeitet. Bei vorherigen Reisen mit dem WEFA-Team habe ich auch nie etwas anderes gesehen.

 

Würdest du erneut an einer solchen Reise teilnehmen? 

Auf jeden Fall. Die Teilnahme an solchen Aktivitäten ist ein Mittel, um das Gefühl der Zusammenarbeit, der Solidarität und des Austauschs aufzufrischen. Es ist nicht möglich, unschuldigen Kindern, Waisen und Bedürftigen den Rücken zu kehren. Solange ich lebe, werde ich diesen Menschen helfen.