Der “Erwartete” zu sein

/, Nachrichten/Der “Erwartete” zu sein

Der “Erwartete” zu sein

Dieses Jahr berichtet Ibrahim Ural als Beobachter von seinen Erlebnissen in Tansania, welche wir hier mit Euch teilen möchten.

WEFA Vorsitzender Ibrahim Ural aus Belgien, der zuvor an Hilfsaktionen in Burkina Faso, Kenia, Benin, der Mongolei und Bangladesch teilgenommen hatte, reiste als Beobachter nach Tansania und nahm an den Hilfeleistungen dort teil.

 

Sein Erfahrungsbericht

Ural erfuhr, dass er im diesjährigen Eid al-Adha als Beobachter nach Tansania reisen würde. Er erzählt uns, wie er seiner Familie von dieser freudigen Nachricht berichtete: “Zunächst einmal habe ich gezögert, ihnen von meinem Vorhaben zu erzählen. Es gab jedoch viele bedürftige Geschwister in den abgelegenen Gegenden, die mit Hoffnung auf uns warteten. Ich wusste das; aber ich musste die Situation meiner kleinen Tochter auf einer verständlichen Art und Weise erklären. Sie sah mir in die Augen und sagte: “Papa, ich weiß, wie sehr du gehen willst. Du wirst nicht vergessen, die Menschen dort zu fragen, ob sie für uns beten können, richtig?” Meine Augen tränten ein wenig und ich war ein weiteres Mal sehr stolz auf meine mitfühlende Tochter.”

 

“Der Erwartete zu sein und die damit verbundene Verantwortung”

Ural berichtet, dass er mindestens genauso aufgeregt war, als würde er zum ersten Mal für eine Hilfsaktion reisen. “Ich wusste, dass viele in Hoffnung und Sehnsucht auf uns warteten. Der “Erwartete” zu sein und die damit verbundene Verantwortung war für mich äußerst aufregend”, fügte er hinzu. 

Danach erklärte er seine ersten Eindrücke des Landes wie folgt: “Erst wenn wir die Region erreichen, in der wir helfen werden, würden wir den Ernst der Lage verstehen. Bereits am Flughafen hatte ich eine Vorahnung über die Situation. Es gibt Menschen, die selbst in dieser Armut dankbar sind. Ihr Lächeln stärkt uns. Wir empfinden das Glück und die Aufregung, unseren Geschwistern helfen zu dürfen.” 

Das Geschenkpaket und der Waise

Anschließend erzählt uns Ibrahim Ural ein anderes berührendes Ereignis: “Als ich hörte, dass ich nach Tansania gehen würde, gab mir ein wohltätiger Bruder, der in der belgischen Stadt Lüttich lebt, ein Geschenkpaket, das ein Koran, ein Gebetsteppich und ein Tasbih (Gebetskette) enthielt. Er bat mich, sein Paket in Tansania einem Waisen zu geben. Als wir in Tansania ankamen, trafen wir uns mit unseren Waisen. Ich wusste nicht, wem ich das Geschenkpaket schenken sollte. Also drehte ich mich um und fragte in die Runde, wer den Koran lesen möchte. Ein Waise zögerte erst und hebte anschließend seine Hand. Nachdem er sein Tilawat beendete, gab ich ihm das Geschenkpaket. Ich habe diese Videoaufnahmen meinem belgischen Bruder geschickt, was ihn so sehr rührte, dass er weinen musste. Der Waise und er haben sich nie persönlich gesehen und zudem trennen sie Tausende von Kilometern voneinander, aber Liebe und Gebete kennen keine Distanz.”

Von einer anderen Erinnerung berichtet Ural: “Als wir den Kindern Süßigkeiten verteilten, wollten wir einem Kind ein zweites Mal etwas gegeben. Er deutete auf seine Hand und ließ uns verstehen, dass wir die Süßigkeiten einem anderen Kind geben sollen. Er war ein großherziger Junge. Ein Kind in seinem Alter, das schon wusste, was Geschwisterlichkeit, Glück und Teilen bedeutet.”

 

Schlusswort

Ibrahim Ural gab bekannt, dass er erneut als Beobachter dabei sein wird, beendete seine Worte wie folgt: “Wäre ich an ihrer Stelle, hätte ich durchgängig betend auf Hilfe gewartet. Ich werde, solange ich kann, unseren Geschwistern Hoffnung geben.”

 

Ibrahim Ural / Tansania – Qurban 2018

 

2018-12-12T10:40:49+00:0024 September 2018|
Diese Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzerklärung Ok